Ich wünsche allen eine gute Zeit und ein wohliges 2025!
Liebe Freund*innen der Kunst,
das Jahr beginnt mit politischen Veränderungen, die für uns alle bedrohlich sind.
Zumindest künstlerisch versuche ich, dem expandierenden Antisemitismus und der grassierenden Menschenfeindlichkeit etwas entgegenzusetzen.
Dear friends of art,
The year begins with political changes that are threatening to us all.
At least artistically, I am trying to counter the growing anti-Semitism and rampant misanthropy.
Am Dienstag 18.2.25 eröffnet um 19 Uhr in der GEDOK die Gemeinschaftsausstellung „über Grenzen“, an der ich mit zwei Arbeiten beteiligt sein werde.
Ausstellungsdauer: 19.2. bis 7.3.2025
https://gedokhamburg.de/
On Tuesday 18.2.25 at 7 pm the joint exhibition ‘über Grenzen’ will open at the GEDOK, in which I will be participating with two works.
Exhibition duration: 19.2. until 7.3.2025
https://gedokhamburg.de/
Am Sonntag 23.2.25 eröffnet um 11 Uhr im Kunstverein Cuxhaven die Jahresausstellung des BBK. Dort werde ich eine Skulptur mit dem Titel „Nicht schon wieder!“ zeigen.
Ausstellungsdauer: bis zum 8.3.25
https://www.cuxhavener-kunstverein.de
https://bbk-stade-cux.de/
On Sunday 23.2.25 at 11 am the annual exhibition of the BBK opens at the Kunstverein Cuxhaven. There I will show a sculpture with the title ‘Not again!’.
Duration of the exhibition: until 8.3.25
https://www.cuxhavener-kunstverein.de
https://bbk-stade-cux.de/
„Frisch gepresst“ wird rund um den Tag der DruckKunst in der GEDOK Hamburg vom 12. – 15.3.25.
Ich werde am Donnerstag 13.3.25 um 18 Uhr und am Samstag 15.3.25 um 13 Uhr vor Ort in der GEDOK alle Drucktechniken vorführen, die zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO zählen. Alles kann ausprobiert werden und wird technisch und im gesellschaftlichen, historischen Kontext erklärt. Dabei gehe ich sowohl auf den gewerblichen wie auf den künstlerischen Druck ein. Die Veranstaltung ist kostenlos, Spenden sind erwünscht.
https://www.tag-der-druckkunst.de/veranstaltungen/liste/details/frisch-gepresst-eine-interaktive-werkstattausstellung-1678
‘Freshly pressed’ will take place around the Day of Print Art at the GEDOK Hamburg from 12 - 15 March 25.
On Thursday 13 March at 6 pm and Saturday 15 March at 1 pm I will be demonstrating all the printing techniques that are part of UNESCO's intangible cultural heritage at the GEDOK. Everything can be tried out and will be explained technically and in a social and historical context. I will cover both commercial and artistic printing. The event is free of charge, donations are welcome.
https://www.tag-der-druckkunst.de/veranstaltungen/liste/details/frisch-gepresst-eine-interaktive-werkstattausstellung-1678
Lithokurs
Im Künstlermuseum Heikendorf am Samstag 17.5. und Sonntag 18.5.2025. Anmeldungen über das Museum.
http://kuenstlermuseumheikendorf.de/Images/2025_KMH_Jahresprogramm.pdf
Lithography course
At the Künstlermuseum Heikendorf on Saturday 17 May and Sunday 18 May 2025, registration via the museum.
http://kuenstlermuseumheikendorf.de/Images/2025_KMH_Jahresprogramm.pdf
Ich freue mich auf viele Besuchende und wünsche allen Zuversicht und Mut!
Gerten Goldbeck
I look forward to welcoming many visitors and wish everyone confidence and courage!
Gerten Goldbeck



Zum Nachdenken:
Eine Bitte um Besonnenheit


Immer wieder lese und höre ich von Boykottaufrufen bzw. Störungen von Veranstaltungen mit jüdisch gelesenen Menschen. Seit der letzten Documenta werden antisemitische Ressentiments in der Kunstszene und in der Akademia ganz unverblümt ausgelebt. Der 7. Oktober 2023 hat das noch verschlimmert.

Neben den bekannten Absagen und Störungen von Ausstellungen und Veranstaltungen gibt es diese vielen unterschwelligen Aktionen. Da gibt es Gruppen von Berufsverbänden, die nach dem 7. Oktober jüdisch gelesenen Mitglieder jede Mitarbeit verweigern oder ihre Newsletter nicht mehr verbreiten. Es werden sterotype Gerüchte von Geldunterschlagung verbreitet, was stark an die Mechanismen vor 100 Jahren erinnert. Jüdisch gelesene Künstler*innen bekommen keine Stipendien mehr oder werden bei anderen Ausschreibungen nicht berücksichtigt. Dokumentiert werden solche Fälle - zum Glück - vom Institut für neue soziale Plastik https://www.neue-soziale-plastik.de/

Dabei sollte doch gerade von kreativen Menschen, von akademisch arbeitenden Menschen erwartet werden können, dass sie nicht populistischem Geschrei folgen, sondern sich rational bzw. besonnen mit schwierigen Themen auseinandersetzen können.

Es ist ein Grauen, was in Gaza passiert und es gibt viele, sehr viele Menschen, die die Politik der rechtsgerichteten Regierung in Israel ablehen. Diese Stimmen werden nicht mehr gehört, wenn Verlage, Galerien und Hochschulveranstaltungen boykottiert werden. Man stelle sich bitte nur einmal folgendes Gedankenspiel vor: alle Veranstaltungen mit Menschen, die aus dem Iran kommen, werden gestört und abgesagt, weil im Iran ein Terrorregime herrscht, das Menschenrechte im allgemeinen und Frauenrechte im besonderen mit Füßen tritt. Alle Veranstaltungen an Universitäten von Personen mit Verbindungen zum Iran werden gestört und verhindert. Alle Ausstellungen, Theaterstücke und Bücher werden boykottiert, lautstark von Protest begleitet oder abgesagt. Und das alles, weil alle Menschen mit iranischem Pass, Wurzeln oder Verbundenheit unter den Generalverdacht gestellt werden, das Regime in Teheran zu unterstützen. Was würde passieren? Es ginge ein Aufschrei durch die Kulturszene.
Es würde - zu recht - beklagt, dass die Meinungs- und die Kunstfreiheit bedroht seien und die Menschen, die sich gegen das Regime stemmen, keine Stimme hätten.Warum gilt das für jüdisch gelesene Menschen nicht?

Die aktuelle Lage ist sicher nicht mit einfachen populistischen Mitteln zu beschreiben, geschweige denn, dass sich einfache Lösungen finden. Gerade deshalb ist es umso wichtiger, einen besonnenen und angemessenen Diskurs zu führen, der auch einen Blick auf die Geschichte wirft.
Die jüdische Zeitrechnung befindet sich aktuell im Jahr 5785. Das Christentum wird bald 2025 Jahre alt und der Islam wurde vor rund 1300 Jahren gegründet.
Auf dem Gebiet, das bis 1948 meist nur Palästina hieß, leben also jüdische Menschen bereits seit über 4000 Jahren!
Jesus wurde von den Römern ermordet und nicht von Juden. Nicht die Juden, sondern die Römer befahlen die Christenverfolgung. Muslimische Menschen kamen erst mit den Eroberungszügen Mitte des 7. Jahrhunderts als Besatzer nach Palästina.
Später war es das Osmanische Reich, das sich das Gebiet Palästina einverleibte. Jüdische Menschen lebten während der gesamten Zeit neben und mit christlichen und später muslimischen Menschen. Nach dem ersten Weltkrieg wurde das Gebiet Opfer der Kolonialmächte, die aufteilten, was sie aufteilen wollten. Immerhin gab es 1919 ein Abkommen zur Gründung eines jüdisch-arabischen Staates. Es hat sich leider anders entwickelt, auch mit Hilfe deutscher Nationalsozialisten, die bereits seit 1923 die Hatz gegen Juden durch arabische Menschen in Palästina finanzierten.
Dies detailiert auszuführen, führt hier zu weit. Aber vielleicht hält ja die ein oder andere Person mal inne und beschäftigt sich mit dem komplizierten Geflecht, bevor sie zu Geschrei und Boykott als Mittel der Auseinandersetzung greift.
Liebe Kunst- und Kulturschaffende und Menschen an den Akademien, Ihr seid doch diejenigen, die Demokratie, Pluralisums, Meinungsfreiheit und angemessene Diskurse führen und einfordern und nicht verhindern solltet!
Deshalb bitte ich um etwas mehr Besonnenheit.
Gerten


DIESE WEBSEITE WURDE MIT ERSTELLT